Philipp Steuer

Hi! Mein Name ist Philipp Steuer und ich arbeite als Online-Video Producer und Journalist in Köln. Erfahre mehr über mich

ARCHIVE: Mai, 2012

Google+ Local im Detail

Still und heimlich wurde am Mittwoch Nachmittag die neue Google+ Local Funktion ausgerollt: In der Hauptnavigation links kann man nun einen neuen Punkt namens “Local” finden. So kann man ab sofort Unternehmen in der Nähe finden, entdecken und bewerten. Wir haben uns die neue Funktion näher angeschaut.

3 Dinge die Google+ ändern muss

Ich bin ein großer Fan von Google+ und staune Woche für Woche über die neuen Features, die zur Verbesserung eingebaut werden. So sehr man auch auf offizieller Seite bemüht ist, Google+ jeden Tag ein Stückchen besser zu machen: Hier und da gibt es noch deutlichen Optimierungsbedarf.

Das Private-Nachrichten-System, das keines ist

Ein Hauptmanko der derzeitigen Google+ Version ist sicherlich, dass man keine privaten Nachrichten in dem Maße schreiben kann, wie man es aus anderen Netzwerken gewohnt ist. In Form eines integrierten Nachrichtensystems, so wie es bei Facebook, Myspace und selbst bei StudiVZ vorhanden ist.

Natürlich kann man private Nachrichten auf die Art schreiben, in der man einen Beitrag nur mit einer speziellen Person teilt. Aber sind wir ehrlich: So eine Nachricht wird sehr schnell übersehen. Zudem ist sie per Suche nicht direkt auffindbar noch kann man die geschriebenen, privaten Nachrichtendurchsuchen. Selbst auf Twitter ist dieses Feature vorhanden. Hinzu kommt noch ein weiterer Punkt: Wenn man beim Veröffentlichen des Beitrages nicht penibel auf die Sichtbarkeitseinstellung achtet, können die private Nachricht plötzlich alle anderen auf Google+ lesen, bis man den Fehler bemerkt.

In unseren Augen steht sich Google+ dabei selbst im Wege, da man bei diesem Prozedere versucht hat, krampfhaft anders zu sein. Sehr zum Leidtragen der Usability, denn so macht das Schreiben privater Nachrichten keinen Spaß.

Die Liste interessanter Menschen und Seiten, die keinem etwas bringt

Die Suggested User List (Liste interessanter Menschen und Seiten, kurz SUL) ist ebenfalls alles andere als optimal. Die Vorschläge sehen zuerst die User, die sich neu bei Google+ anmelden. Unterteilt in verschiedene Kategorien sind diverse Personen und Seiten aufgelistet, die es laut Google+ zu folgen lohnt. Am Beispiel von GZSZ Gute Zeiten schlechte Zeiten wird dies besonders deutlich: Obwohl die Seite in der SUL zu finden ist und sich mit über 29.000 Followern unter den Top 10 der deutschen Seiten befindet, wurde der letzte Beitrag vor über zwei Wochen gepostet. Aktiv und interessant sieht eindeutig anders aus!

Was ist so besonders an der SUL? Nun ja, wer sich in dieser Liste befindet (Google schweigt zu den genauen Selektionsverfahren), erhält durch die besondere Position zahlreiche neue Follower jeden Tag, da sie mit einem Klick direkt am Anfang von neuen Nutzern gefolgt werden können. Was in Deutschland noch überschaubare Ausmaße annimmt, hat in Amerika ganz andere Dimensionen: Dan Harbison, Interactive Marketing and Media Director des NBA Teams Portland Trail Blazers, sagte Mitte Februar 2012 via Twitter, dass rund 45.000 neue Nutzer in 4 Tagen zur dazugehörigen Seite hinzugekommen sind, seit man zur SUL hinzugefügt wurde.

Das Problem wäre sehr schnell gelöst, wenn man es wie die Jungs von CircleCount machen würde, die auf dieser Unterseite die Google+ User anhand der Anzahl ihrer durchschnittlichen +1, Share und Kommentar-Anzahl ranken. Würde diese Nutzer in der SUL berücksichtigt, würden sie zum einen davon profitieren, ja – aber auch die neuen User auf Google+, die dadurch beliebte Menschen und Seiten und eben keine Profilleichen zu den eigenen Kreisen hinzufügen würden.

Seitenverwaltung in der mobilen Google+ App

Im November 2011 war es erstmals möglich, eigene Seiten für Unternehmen, Marken o.Ä anzulegen. Nach einem halben Jahr hat es Google+ leider immer noch nicht geschafft, die Seiten-Verwaltung per mobiler App zu ermöglichen. Vor gut einer Woche wurde zwar das neue App Design für iOS-Geräte vorgestellt, die bereits angesprochene Seiten-Admin-Funktion wird es scheinbar auch nicht in der bald erscheinenden, neuen Android-Version geben.

Selbst Facebook, das mobil so steinzeitlich unterwegs ist, bietet diese Funktion mittlerweile schon vereinzelt an. Wenn Google+ nicht den Anschluss verpassend will, muss dieses Feature mit einem neuen Update kommen. Schließlich wird die ganze Welt immer mobiler.

Fazit: Ausbessern und Optimieren

Wie oben bereits schon erwähnt bin ich im Allgemeinen sehr zufrieden mit Google+. Wenn die genannten drei Baustellen erst einmal behoben sind, wird das Google+ Erlebnis noch ein Stück besser. Vor allem die Umstellung der SUL wäre ein Verbesserung, die für viele noch glücklichere Gesichter sorgen würde. Wann und ob mögliche Änderungen kommen, ist bisher ungewiss. Ich freue mich auf jeden Fall schon mal darauf.

Interview mit Dorothee Bär: CSU-Vizechefin über Google+ Hangouts On Air

Foto Dorothee Baer, CSU, MdB © Frank Ossenbrink

Als das Hangout on Air Feature vor zwei Wochen für die Allgemeinheit ausgerollt wurde, gab es einen lauten Aufschrei in Deutschland. Aufgrund der Gesetzeslage dürfen wir in die Röhre, bzw eher auf den schwarzen Bildschirm gucken. Interessant fand ich dabei, dass sich die CSU-Vizechefin Dorothee Bär öffentlich zu dieser Thematik äußerte und eine Änderung veralteter Gesetze forderte. Als moderne, gut vernetze Politikerin konnte ich sie für das nachfolgende Interview gewinnen, in dem sie über die Problematik spricht und einen Ausblick gibt, wie die Aussichten für Hangouts on Air in Deutschland stehen.

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GooglePlusInside.de: Am 7. Mai wurde von Google offiziell verkündet, dass die Live-Stream-Funktion “Hangouts on Air” nun für Jedermann verfügbar ist. Obwohl die Aussage für 40 Länder weltweit zutrifft, schaut man in Deutschland in die Röhre. Und das, obwohl wir ein bedeutender, globaler Internetmarkt sind. Könnten Sie kurz und knapp nochmal genau erläutern, was genau den “Hangouts on Air” hierzulande im Wege steht?

Dorothee Bär: Im Wege steht der Rundfunkstaatsvertrag, der besagt, dass, wenn eine Sendung, also in diesem Fall der Livestream, von mehr als 500 Usern gesehen werden kann, dieser Beitrag dann als Rundfunkt gilt. Infolgedessen müsste man, um den Dienst nutzen zu können, in ein kostspieliges Lizensierungsverfahren eintreten. Vom bürokratischen Mehraufwand einmal ganz abgesehen. Fragen Sie mich aber bitte nicht, wie man das in diesem Fall logisch erklären soll. Ich kann es jedenfalls nicht.

Sie sprachen davon, dass man die “veralteten Gesetze” an die die Moderne anpassen müsste. Inwiefern ist eine baldige Änderung wahrscheinlich? Ab wann kann man als deutscher Google+ Nutzer mit einer Klärung der Gesetzeslage rechnen? Sind solche Gesetze nicht extrem kontraproduktiv, was die weitere Internetentwicklung betrifft?

Das Problem veralteter Gesetze haben wir in vielen Bereichen der sog. „neuen Medien“. Denken Sie allein an die nicht enden wollende Debatte um ein modernes Urheberrecht. Wir müssen Gesetze upgraden, weil sie im digitalen Zeitalter nicht mehr praktikabel sind.

Konkret im Fall „Hangout out Air“ müssen wir nun klar definieren, auf welcher Ebene wir Änderungsvorschläge erarbeiten müssen, da der RStV ja zwischen den 16 Bundesländern geschlossen wurde.

Dann müssen wir darauf achten, dass wir bei dem Gesetzesänderungsprozess nicht nur einseitig die Argumentation der Besitzstandwahrer und Bedenkenträge berücksichtigen, sondern uns tatsächlich auch auf die Vorschläge und Konzepte der Nutzerseite einlassen. Wie schnell das im Fall Google+ gehen wird, kann ich leider nicht vorhersehen. Wenn es nach mir ginge, würde ich das sofort angehen.

Sie selbst nutzen bereits Twitter und Facebook. Geht man mit den Medien-Berichten, so sind Sie gegen Acta, Netzsperren, Onlinedurchsuchung und Vorratsdatenspeicherung. Damit sprechen Sie rund 90% der deutschen Google+ Nutzerschaft an, die bei politischen Online-Themen extrem aktiv ist. Wie sieht es bei Ihnen mit Google+ aus – haben Sie bereits Erfahrungen sammeln können bzw. haben sie selbst ein aktives Profil?

Ich glaube, dass die von Ihnen angesprochenen Themen nicht nur die Google+ – Nutzer, sondern alle Menschen mehr oder weniger unmittelbar ansprechen und betreffen. Netzpolitik ist ja kein Klientel- sondern ein gesellschaftliches Querschnittsthema.

Ich bin ehrlich: Ich habe kein eigenes Google+ Profil, weil ich darauf bestehe, meine Social Media-Accounts ausschließlich selbst zu betreuen und zu pflegen. Das kostet eine gewisse Zeit, die ich gerne investiere. Aber ich bin so transparent und sage, bisher hat sich mir der persönliche Mehrwert noch nicht erschlossen, neben Facebook und Twitter auch bei Google+ aktiv zu sein. Aber vielleicht ändert sich das ja irgendwann einmal. Wer weiß…

Wir bedanken uns bei Dorothee Bär für das freundliche Interview. Falls ihr noch mehr zur Thematik erfahren möchtet, dann empfehlen wir euch diesen Artikel, in dem wir uns bereits umfassend mit der Problematik beschäftigt haben.