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Google+ Vize Horowitz: Facebook ist das soziale Netzwerk der Vergangenheit

Bradley Horowitz

Google+ Vize-Chef Bradley Horowitz sprach auf der IGNITION Konferenz im Interview mit Business Insider über Google+ und äußerte sich dabei überraschend kritisch über den blauen Konkurrenten aus Palo Alto. Auf die Frage, ob „Facebook das soziale Netzwerk der Vergangenheit“ sei, antwortete er mit einem klaren Ja! Die Art und Weise, wie Werbung eingebunden würde, wäre einfach nicht praktikabel mit dem echten Leben.

Bradley Horowitz

Die Werbung auf Facebook nervt die User

Die Werbung im persönlichen Newsfeed der User auf Facebook sei laut Horowitz vergleichbar mit einer Werbetafel, mit der man zwischen zwei Personen durchlaufen würde, während sie sich unterhalten. „Den Newsfeed mit Werbung zu stören, nervt die Menschen und frustriert die Unternehmen auch. So funktioniert die Welt nicht.“

In Horowitz Augen müssen Nutzern Konversationen mit Freunden führen können, ohne dass man zwangsläufig dabei andere mit einbezieht („Deinem Freund XY gefällt das. Werde auch Fan!“). Ebenso sollten sie die Möglichkeit haben, „echte“ und längere Unterhaltungen zu führen. Das funktioniere ebenfalls nicht mit 140-Zeichen Phrasen wie auf Twitter.

Google+ und die echte Welt

„Als wir Google+ entwickelten, haben wir an die echte Welt gedacht und an die Art und Weise, wie die Menschen sind.“, so Horowitz. Um etwas zu tun, brauche man meistens eine Absicht oder einen Grund. Wenn eine Person hungrig ist, geht sie oder er in ein Restaurant. Wenn dieselbe Person eine Sandwich Werbung sieht und dabei gar nicht hungrig ist, dann ist die ganze Anzeige nicht effektiv. Wenn man aber hungrig ist und die Möglichkeit habe, nach einem Restaurant zu suchen und dabei Empfehlungen von Freunden zu finden, dann sei dass der einzig effiziente Weg.

Auf die Frage, ob man bald auch mit Werbung auf Google+ rechnen müsse, antwortete er, dass man durchaus Anzeigen schalten würde. Aber auch nur dann, wenn es einen effektiven Weg gebe, der die Nutzer nicht stört. Zudem sei man in der komfortablen Position, Google+ nicht auf Teufel komm raus monetarisieren zu müssen.

Überraschend kritisch – mein Fazit

Ich war ziemlich überrascht, diese deutlich kritischen Worte von Horowitz zu hören. Bisher verhielt man sich auf Seiten von Google sehr zurückhaltend, was die Konkurrenz anging. Nachdem er sich bereits Anfang November zur Zukunft von Google+ geäußert hatte, scheint Horowitz nun Google+ prominenter pushen und sich selbst auch ein Stück weit als der Mann hinter Google+ positionieren zu wollen.

Allgemein betracht hat Horowitz durchaus Recht mit der Kritik am Werbesystem von Facebook. Der zunehmende Druck durch Investoren wirkt sich negativ auf die Nutzer aus, die bereits jetzt schon genervt von den gesponserten Meldungen sind. Klar, Facebook ist mit über 1 Milliarde Nutzer die unangefochtene Nummer 1 der soziale Netzwerke, aber: Horowitz hat in dem Interview die Schwächen deutlich gemacht und gleichzeitig den Weg zum Erfolg, den man mit Google+ gehen möchte, offenbart. Man darf gespannt sein, wie sich die ganze Sache entwickeln wird.

Das komplette Interview könnt ihr euch hier im Video ansehen.

Philipp Steuer
Philipp Steuer
Hey, mein Name ist Philipp Steuer. Ich liebe gute Geschichten, Social Media und neue Technologien. Erfahre hier mehr über mich oder besuch mich auf Twitter I Snapchat I Youtube oder Facebook+.
  • Horowitz hat mit seiner Facebook Kritik mehr als recht aber das Unternehmen ist schlicht so gierig geworden, dass sie die viele Werbung ja irgendwohin packen müssen.

  • Dieter haskamp

    Bradley Horowitz hat vollkommen Recht.

    Beim Vergleich von Werbung über AdWords und Facebook sollte man die Kanäle genauer betrachten.
    Facebook ist der Kaffeeklatsch und die SERPS von Google sind Einkaufsstraßen oder Einkaufszentren.
    Wo erwarte, beziehungsweise wo akzeptiere ich Werbung? In der Einkaufsstraße ist die Werbung, meiner Meinung nach, besser platziert. Niemand will Werbung die sich in meine private Unterhaltung quetscht.