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285 Millionen Mitglieder: Goldgräber-Stimmung auf Google+

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Heute Abend findet mit der Google I/O die jährlich Google Entwicklerkonferenz statt, auf der wieder aller Hand neue Informationen und Ankündigen zu Android, den hauseigenen Tablets und sicherlich auch Google+ folgen werden. Aus diesem Anlass veröffentlichte der inoffizielle Google+ Analytiker Paul Allen eine neue Berechnung der aktuellen User-Zahlen. Wer ihn kennt weiß, dass er mit seinen Prognosen immer ins Schwarze getroffen hat.

In diesem Beitrag auf Google+ selbst gibt Allen an, dass seinen Statistiken zu Folge Google+ momentan bereits 285 Millionen Mitlieder besitzt. Jeden Tag würde somit 1.2 Millionen User dazu kommen. Bis zum Jahresende prophezeit Allen, das Google+ Mitgliederzahl dann schon zwischen 515 550 Millionen registrierten Nutzern liegen könnte.Wie viele davon wirklich aktiv das Netzwerk nutzen und nicht nur durch eine neue GoogleMail-Adresse einen Account haben, sei an dieser Stelle dahin gestellt.

Beruft man sich nur auf die Zahlen, so stehen Google+ goldene Zeiten bevor: Marketing-Serivce Hitwise berichtet, dass die Seitenaufruf im März um 27 Prozent gestiegen sind und Compete.com gibt einen Zuwachs der Unique Visitors von 10.32 Prozent im Mai an. Die Zahlen reihen sich nahtlos in den neusten Report von Comscore ein, das Google+ im Mai erstmals auf Platz 4 der Social Networks in Deutschland listet und dabei Twitter & Xing deutlich im Nacken sitzt.

Alle reden von Aktivität – Google verfolgt einen anderen Plan

Aktivität hin oder her, Google Strategie dahinter ist laut Allen dabei sehr einfach und brillant zu gleich:

1) Registrierung – Bring so viele Menschen wie möglich dazu, sich über die Google Produkte für Google+ zu registrieren.

2) Kreise – Lass die User Kreise erstellen und helf ihnen mittels Algorythmen und Benachrichtigungen dabei, die richtigen Leute zu finden und zu den richtigen Kreisen hinzuzufügen. Durch die richtige Zuordnung wird man vemehrt Beiträge mit der Familie, Freunden, Kollegen und Bekannten teilen.

3) Soziale Signale – Rolle den +1 Button und andere soziale Funktionen aus und bringe sie auf so viele Websiten wie möglich, um die Interessen der Nutzer herauszufinden.

4) Monetarisierung – Nutze die sozialen Signale (Wer +1 was und wieso?) um die Click-Trough-Rate auf die Anzeigen zu erhöhen. (Die Click-Trough-Rate ist eine Kennzahl im Bereich Internet-Marketing, welche die Anzahl der Klicks auf Werbebanner oder Sponsorenlinks im Verhältnis zu den gesamten Impressionen darstellt. Wird eine Werbung hundertmal angezeigt und dabei einmal angeklickt, beträgt die Klickrate 1 %. Quelle: Wikipedia)

Keine Werbung notwendig – soziale Signale als eierlegende Wollmilchsau

Google braucht nicht unbedingt eine große Masse an Nutzer-Aktivität, damit diese Strategie aufgeht. Alles was Google benötigt sind die sozialen Signale, über die man Werbeanzeigen auf den einzelnen Suchseiten besser zuordnen können wird. Ein Beweis für Allen’s Theorie ist die Aussage von Google+ Chef Vic Gundotra, als er auf dem SCSX im März bekannt gab, das durch den Einsatz von +1 die Click-Trough-Rate auf Anzeigen um 5-10 Prozent gestiegen ist. Diese Zahl soll in der kommenden Zeit also erhöht werden.

Das ist auch der Grund, warum Google nicht gezwungen ist, auf Google+ Anzeigen zu schalten. Schließlich sammelt man durch die sozialen Signale genug Informationen, die man für die Anzeigen-Schaltung effektiv nutzen kann. Ein Vorteil gegenüber dem zuckerbergschen „Mitspieler“, der sich zunehmend durch Werbung bei den Nutzern unbeliebt macht.

Wie das Rennen am Ende ausgeht, weiß auch Paul Allen nicht. Seine Ansichten finde ich durchaus plausibel und nachvollziehbar. Wer die Google I/O heute Abend live verfolgen möchte, der findet hier den Live-Stream samt Programm.

[caption align="right"]Bildquelle: http://travel.ninemsn.com.au

Philipp Steuer
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