How To: So erstellst Du eine aufwendige Instagram Story (Kamera, Bearbeitung, Workflow)

Philipp SteuerSocial Media4 Comments

Ich liebe Instagram Stories. Ernsthaft. Das Story Format gefällt mir seit Snapchat extrem gut und dank der aggressiven Copycat-Phase Facebooks hat man auf Instagram die Option, einfach und schnell tolle Geschichten zu erzählen. Ich habe dort über die Zeit mehr als 25.000 Follower aufgebaut und erreiche so mehr Menschen als auf Snapchat. Manch einer kritisiert, dass das ja alles nur wacklige Handy-Aufnahme oder sinnlose Gesichtsfilter-Paraden seien. Ja (ich halte oft auch einfach billig drauf!) und nein. Instagram Stories sind mächtig und du hast weitaus mehr Optionen, als du bisher wußtest. Ich hab dafür selbst eine aufwendigere Geschichte produziert, die auf meinem Instagram-Account überdurchschnittlich viele Views (6.000 statt 2.500) verzeichnet hat. Da sie nach 24 Stunden wieder weg war, hab ich sie aufgenommen:

Wie ich das gemacht habe? Zunächst zu den Basics.

Alles geht – Kamera statt Smartphone

Im vergleich zu Snapchat kannst du in den Instagram Stories problemlos jegliche am PC bearbeitete Bilder und Videos hochladen. Das Gute daran: Du hast viel mehr Optionen und bist nicht auf das Smartphone allein + die Bearbeitungsmöglichkeiten limitiert.

Ich habe für meine Green-Smoothie-Story bewusst eine „richtige“ Kamera gewählt, statt dem Smartphone. Ich wollte einfach ein besseres Bild haben. Dabei habe ich die Kamera per Stativ hochkant gekippt, um direkt das richtige Format für die Stories zu haben. Selbstverständlich geht das auch mit einem guten Smartphone.

Bearbeitung via Photoshop & Final Cut

Die aufgenommenen Video-Clips habe ich im Anschluss via Final Cut am Mac zusammengeschnitten. Immer in kleine Häppchen, möglichst unter 7 Sekunden (maximal 15 Sekunden), damit es für meine Zuschauer nicht langweilig wird. Sowohl für Final Cut als auch Photoshop gilt das Format 1080px (Breite) x 1920px (Höhe). In Photoshop habe ich in dem Format kleine Overlays erstellt und sie anschließend in Finalcut auf die Videoclips gezogen. Dann kam noch Musik hinzu und im Anschluss wurden alle Clips einzeln heraus gespeichert.

Wichtiges Learning: Nimm entspannte Musik. Ich hielt es für eine schlaue Idee, den Beat von Mi Gente zu loopen, so dass er sich automatisch wiederholt. Was ich nicht bedacht habe – zwischen den einzelnen Story-Videos gibt es kleine Audio-Pausen, in denen dein Zuschauer nichts hört, was in meinem Fall das Lied mehr als nervig macht.

Videos vom Mac aufs iPhone

Schon seit Ewigkeiten hat es mich genervt, dass ich die Dateien vom Mac dann noch aufs Handy bekommen musste, denn aktuell kannst du nur per Smartphone neue Inhalte zu deiner Story hinzufügen. Damals hab ich mir einfach selbst eine Mail mit den Grafiken geschickt, später alles bei Drive hochgeladen. Irgendwann kam mir dann die Idee, dass ich den Spaß auch simple per Airdrop direkt via Bluetooth zwischen den Geräten hin- und herschieben kann und ja, es geht. Sehr gut sogar, innerhalb von Sekunden sind die Videos auf meinem iPhone und ich kann sie bequem in meine Story posten.

Lohnt sich der Aufwand?

In meinen Augen ja. Es ist natürlich deutlich aufwendiger als mal kurz das Smartphone drauf zu halten, ABER: Du kannst hier deutlich aus der Menge hervorstechen. Mit Qualität und Content! Es Bedarf am Anfang sicherlich mehr Planung aber aber über die Zeit habe ich mir feste Templates und Vorlagen gebaut, so dass ich so eine Story innerhalb von 20 Minuten zusammenbauen kann. Wäre ich jetzt z.B. ein Safthersteller (TrueFruits z.B.), könnte ich die Inhalte auch noch als Werbung zwischen die anderen Stories schalten, um noch mehr Reichweite und Resonanz zu erhalten.

Keine Sorge – es muss für mich nicht immer so dauerhaft aufwendige Stories geben, deshalb empfehle ich einen Mix zwischen natürlichen, Selfie-Style / Smartphone-Reporter-Doku und solch qualitativ hochwertigeren Stories, wenn möglich.

Falls du selbst noch zu wenig auf Instagram gemacht, aber z.B. eine große Seite auf Facebook hast – dann ist der Artikel dennoch für dich mehr als relevant. Irgendwann werden die Stories auch für Facebook Seiten kommen, erste Anzeichen findest du z.B. in dem TNW Artikel hier.

Ich hoffe, dir mit diesem Beitrag helfen zu können, noch mehr aus deinen Stories rauszuholen.

Über den Autor
Philipp Steuer

Philipp Steuer

Hey, ich heiße Philipp und Ich helfe Menschen und Firmen wie Red Bull, Disney oder McDonald’s neue digitale Trends und Innovationen zu verstehen und sie richtig für sich einzusetzen. Erfahre hier mehr über mich oder besuch mich auf Twitter I Snapchat I Youtube oder Facebook+.

  • Unglaublich, dass so ein Artikel für manche Leute augenöffnend sein kann. Und „hacken“ muss man das auch nicht gleich nennen…

    • Lars

      Warum? Weil der Volksmund noch immer „hacken“ und „cracken“ nicht auseinander halten kann?

  • Pingback: Lesenswerte Links – Kalenderwoche 30 in 2017 > Vermischtes > Lesenswerte Links 2017()

  • Da die meisten ein Video in FullHD aufnehmen (also 1080 Höhe) ist eine vertikale Auflösung von 1920px Höhe nicht ratsam, weil man dann die Aufnahmen extrem vergrößern muss (fast verdoppeln), um den gesamten Bereich auszufüllen. Zudem wird es dann serverseitig wieder verkleinert, also nicht einmal in 1920px vertikal ausgeliefert. Doppelter Qualitätsverlust! Das weiss man, wenn man regelmässig vertikale Videos für Agenturen ausspielt. Wer diese doppelte Konvertierung vermeiden möchte, sollte eine Höhe von 1080 beibehalten. Das macht bei einem 9:16 Verhältnis eine Breite von 608px (genau genommen 607,5, aber da physisch nicht möglich wird aufgerundet). Diese und weitere Post Production Tips vom Experten auf pressplayvideopunktde