Influencer, Podcasts und Snapchat – Meine Abrechnung mit den Marketing Hypes 2017

Philipp SteuerSocial Media0 Comments

So langsam neigt sich das Jahr 2017 dem Ende zu und als ich vorhin durch die Buchhandlung im Kölner Hauptbahnhof lief, sah ich die ganzen „So war das Jahr 2017“ Bücher, die recht prominent am Eingang platziert sind. Dabei kam mir die Idee mal einen Blick auf die Trends des Jahres zu werfen inklusive meiner Einschätzung.

Influencer Marketing

Boah. Wenn ich ein Buzzword (genau genommen sind es ja zwei) nicht mehr hören kann, dann Influencer Marketing. Influencer! Wir müssen was mit Influencern machen! Wow, die Dame nimmt zwar utopisch 125.000 Euro pro Instagram Post ABER WIR HABEN WAS MIT INFLUENCERN GEMACHT!

So oder so ähnlich läuft es schon länger, dieses Jahr hab ich es aber als extrem wahrgenommen. Wie gesagt, all die Sachen hier sind alles nur meine persönliche Wahrnehmung.

Aber mal ohne Witz, liebe Telekom – glaubt ihr ernsthaft dass ihr die Follower dieses unverschämt gut trainierten Mannes für euren Young Tarif mit dem Foto begeistern könnt? DAS ist für mich kein gutes Influencer Marketing. Das ist einfach nur Spray and Pray (Geld —> viele Influencer —> irgendwen wird man schon damit erreichen (hoffentlich)).

Viel sinnvoller ist z.B. die Aktion von Xbox gewesen, die Top-YouTuber Felix von der Laden zum Launch der neuen Konsole einfach ein riesiges Paket auf den Münchener Flughafen stellten, in Koop mit Amazon und Audi. Daraus wurde direkt das größte Unboxing der Welt inklusive Eintrag ins Guiness Buch.

Zudem wurden weitere Gaming-YouTuber mit Gratis-Konsolen ausgestattet, die darüber dann Videos machten. Tada, Konsole im RICHTIGEN Kontext und auch öffentlichkeitswirksam promotet.

Meine Empfehlung

Nur weil drei Bauern eine Sau durchs Dorf jagen, musst du nicht direkt mitlaufen. Falls du dein Produkt über Influencer promoten willst, recherchier richtig. Geh auf Instagram, such nach einem passenden Hashtag und schau dir an, wer da gut funktioniert. Oder such nach einem treffenden Begriff auf YouTube und schreib dort dann die passenden Menschen an. Was ich auch empfehle: Langfristige Kooperationen bringen mehr als einfach mal schnell Budget rauskloppen. Influencer Marketing funktioniert nur, wenn mit den richtigen Leuten die richtige Botschaft in der richtigen Zielgruppe verbreitet wird.

Snapchat vs. Instagram

Hast du noch den letzten Klitschko-Kampf vor Augen? Ja? Nein? Egal. Da war es der Herausforderer, der den Champ ordentlich auf die Mappe haute. Genau das ist dieses Jahr im Kampf Instagram vs. Snapchat passiert. Instagram hat mit seinen Stories Schlag für Schlag gelandet, immer und immer wieder. Und Snapchat? Wehrte sich kaum… dieses offizielle Hotdog-Kostüm war leider das letzte große Update, das mir in Erinnerung geblieben ist.

Meine Empfehlung

Nutz die Instagram Stories. Auch als Unternehmen oder Redaktion. Liefere einen Mehrwert. Bespiel die Stories Morgens und Abends. Kombiniert echtes („Guckt mal, der Ernie hat heute Geburtstag und die ganze Redaktion singt Hoch soll er leben“ mit vorproduzierten Inhalten wie News oder How-To Videos.)

Die Ausrede „Das geht nur übers Smartphone und deshalb ist es für uns schwierig!!!„ gilt nicht mehr, meine Jungs haben storrito.com gebaut. Go for it, es ist in der Beta für umme.

Virtual und Augmented Reality

Noch mehr Buzzwords, geil. Der Artikel hier muss einfach in Sachen SEO gut perfomen. Spaß bei Seite.

2016 stieg das Interesse in Sachen Virtual Reality richtig an. Große Hersteller brachten ihre Brillen auf den Markt, 2017 sollte es dann richtig abgehen. Am Arsch. Und das erzähle ich dir aus erster Hand.

Mit VIRE haben wir eine Advertising Platform für VR gebaut, mit der VR Entwickler bequem vor oder in ihre Spiele Werbung schalten und somit Geld verdienen können. Technisch haben wir das super hinbekommen, in Amerika auch größere Kunden gewonnen, die uns nen netten Topf voll Gold geben wollten. Wenn da die Reichweite nicht wäre. Aktuell gewinnst du in der Disziplin auf dem VR Markt keinen Blumentopf. Die Reichweiten sind leider leider unterirdisch. Die Gründe: Brillen und Hardware sind noch zu teuer und die verfügbaren Spiele haben weniger Suchtfaktor als Candy Crush. Leider.

Ähnlich sieht es meiner Meinung nach im Bereich Augmented Reality aus. Die Ansätze der Hololens sind z.B. gut, aber die Brille brauch noch 3 Jahre bis sie wirklich für die Masse passt. Apple geht da mit seinem ARkit und Smartphone Ansatz in eine bessere Richtung, aber auch hier fehlt es noch(!) an den Anwendungen, die mich im positiven Sinn triggern.

Ja, es ist lustig virtuelle IKEA Möbel in der Ubahn zu platzieren. Ja es lustig, sich den lebensgroßen virtuellen Manuel Neuer in die Dusche zu stellen. Aber alles eben nur zwei Mal. Danach wird es langweilig. Und während ich das schreibe fällt mir ein… mein AR Dragon dürfte mittlerweile schon verhungert sein.

Meine Empfehlung:

VR & AR haben immenses Potenzial, ja. Aber sowohl Hardware als auch Software besitzen noch zu großes Mängel, als dass sie in der breiten Masse mal eben Anklang finden werden. Außer es käme ein neues Pokemon Go (vielleicht ja die Harry Potter Edition), dass die technischen Möglichkeiten mit einer packenden Storyline verbindet.

Ein weiterer Nutzen von AR & VR gibt es sicherlich im Bereich Bildung. Ich kenne Anwendungen, bei der z.B. neue Arbeiter auf einer virtuellen Ölplattform erstmal die ganzen Abläufe lernen müssen, bevor sie die „Echte“ im Meer versenken. Gut für die Umwelt!

Podcasts

Podcasts hielt ich immer für ein Oma & Opa Ding. Weil mir aber auch der Usecase fehlte, da ich mich selten zu Hause hinsetze und einfach mal nur hin höre. Ich war dumm und naiv. Podcasts sind großartig und ich höre sie mittlerweile nicht nur im Auto auf der elend ätzend langen Strecke von Köln zu nach Leipzig (Grüße an meine Familie), sondern auch beim Laufen. Gibt richtig gute Formate mittlerweile. Wenn du Empfehlungen suchst, schau dir mal die Antworten auf meinen Tweet hier an:

Meine Empfehlung

Go for it. Wenn du ein Thema hast, tob dich aus, egal ob als einzelne Person oder Unternehmen. Alles was du brauchst ist ein PC und ein gutes Mikrofon. Sowohl Audible als auch Spotify pushen das Thema mittlerweile immer stärker. Ich hoffe dass die Vermarkter wie in Amerika auch hierzulande auf Podcasts aufmerksam werden und dann Podcaster die Möglichkeit haben, durch mehr Budget ihre Produktion zu professionalisieren.

Und sonst so?

Für 2018 gilt wieder das, was ich seit Jahren predige: Habt die Trends im Blick. Testet gerne mal aus. Geht aber vor allem dahin, wo eure Zielgruppe ist. Klar, eine AR App klingt erstmal cooler als ne Facebook Ads Kampagne. Je nach Ziel – und das ist bei vielen meiner Kunden so – ist Facebook dann die sichere Wahl, weil Zeit und Ressourcen begrenzt. Lass dir auch nicht irgend eine alte Suppe teuer als neu verkaufen, Beispiel Content Marketing. Wird gerade wieder als neuer heißer Scheiß beworben, dabei sollte doch klar sein, dass gute Inhalte (Bild, Video, Podcasts, whatever) essentiell für den Erfolg sind. Aber gut, Deckel aufs Fass und ab in die Ecke damit.

Ich hoffe mein kleiner Jahresrückblick hat dir gefallen. Wie oben schon angedeutet, sind das alles meine persönlichen Eindrücke, die ich bei der Arbeit mit meinen Kunden (egal ob Startup oder Konzern) gesammelt habe. Nichts ist in Stein gemeißelt, wenn du mit dem, was du tust, erfolgreich bist… mega, freut mich!

In diesem Sinne schon mal Tschüss 2017, mal gucken was 2018 so bringt.

Über den Autor
Philipp Steuer

Philipp Steuer

Hey, ich heiße Philipp und Ich helfe Menschen und Firmen wie Red Bull, Disney oder McDonald’s neue digitale Trends und Innovationen zu verstehen und sie richtig für sich einzusetzen. Erfahre hier mehr über mich oder besuch mich auf Twitter I Snapchat I Youtube oder Facebook+.