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Warum Online Videos die Zukunft sind und wie du sie optimal für Dich einsetzt

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Die Zeiten haben sich geändert. Wenn du heute ein beliebiges soziales Netzwerk deiner Wahl ansteuerst und durch deine Timeline scrollst, wirst du mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auf (automatisch startende) Videos treffen.

Videos sind überall und werden bis 2017 69 Prozent des gesamten Internet Traffics ausmachen. Wenn du also dich, dein Unternehmen oder deine Produkte effektiv im Social Web vermarkten möchtest, führt kein Weg an Videos vorbei. Um dir den Einstieg leicht zu machen, habe ich nachfolgend eine Übersicht, wo und wie du am besten Bewegtbild einsetzen solltest.


Keine Lust zu lesen? Dann sieh dir dieses Video an 🙂


Basierend auf meinen bisherigen Erfahrungen. Ich habe die letzten zwei Jahre meines Lebens intensiv mit Webvideo verbracht, einen eigenen erfolgreichen YouTube-Kanal mit mehr als 8,4 Millionen Views und 128.000 Abonnenten gestartet sowie als Network Program Director für ein großes deutsches YouTube Netzwerk gearbeitet. Ich hoffe, die Einblicke helfen dir weiter, das Beste für dich aus Videos zu machen.

YouTube

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Natürlich fängt alles mit YouTube an. YouTube ist das Imperium, das den Markt dominiert. Jede Minute werden mehr als 300 Zeitstunden an Videoinhalten auf die Plattform geladen. YouTube hat Menschen zu Millionären gemacht, ganz egal ob sie Videospiele spielen, Spielzeuge auspacken oder einfach nur verdammt witzig sind.

YouTube ist dank Mutter Google auch eng mit der Google Suche verdrahtet, sodass Videos auch über die Suche schnell und einfach gefunden werden können und so zusätzlichen Traffic erhalten.

Doch YouTube hat meiner Meinung nach auch ein riesiges Problem: ein lautes Grundrauschen. Die Plattform ist derart voll, dass es für Menschen / Unternehmen ohne vorhandene Reichweite fast unmöglich ist, gesehen zu werden. Natürlich, Filter sind bei der täglichen Videomenge unvermeidbar. Aber ich habe schon viele inhaltlich extrem gute Kanäle gesehen, die es letztendlich nicht geschafft haben und deren Videos nur eine Handvoll Menschen gesehen hat.

Ohne der Buhmann sein zu wollen: Ja, es gibt immer mal wieder diesen einen viralen Hit. Aber das ist entweder Zufall oder wird von einem Medienhaus bewusst groß gepushed, siehe Neo Magazin Royale oder Circus Halli Galli.

Meine Empfehlung lautet deshalb: YouTube als Video-Bibilothek nutzen. Damit meine ich nicht, einfach die eigenen Inhalte 0815 dort ohne Liebe hochzuladen, das nicht. Sondern viel mehr YouTube sinnvoll in die eigene Markenstrategie einbauen, die dort hochgeladenen Videos in Artikeln verwenden und auch über die eigenen Social Media Kanäle zu streuen. Vielleicht kommt der virale Hit ja doch. Eventuell.


Bewertung

Pro: Größtes Video-Netzwerk, Integriert in Google Suche, Video-Bibilothek, Cash durch Werbung

Contra: Zu viel Grundrauschen, fast unmöglich gesehen zu werden


Facebook

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Womit wir zum stärksten Konkurrenten von YouTube kommen, Facebook! Lange war YouTube der uneingeschränkte Herrscher auf dem eisernen Thron, weil irgendwie jedes andere Unternehmen den „Videotrend“ verschlafen hatte.

Facebook penetrierte sehr offensiv die neue, integrierte Videofunktion in der Timeline und lässt Videos automatisch starten, um die maximale Aufmerksamkeit auf die Inhalte zu lenken. Mit – statistisch gesehen – Erfolg: Zuletzt konnte man vier Milliarden Aufrufe pro Tag verkünden und kommt damit YouTube zahltechnisch sehr nah.

Bei aller Euphorie: Die Qualität der Aufrufe ist eine andere. Bereits nach 3 Sekunden wird 1 Views generiert, was schnell passieren kann, wenn du langsam durch deine Timeline scrollst. Ebenso schaut sich nur ein Bruchteil der Zuschauer die Videos bis zum Ende an. Für weitere Infos dieser Thematik empfehle ich dir den Artikel von t3n.

Der große Vorteil, den Facebook gegenüber YouTube hat, sind die Nutzerdaten. Ja, YouTube (Google) ist auch ein starker Daten-Farmer, aber Facebook ermöglicht es jedem diese Informationen für sich zu nutzen. So ist es viel einfacher, dass die eigenen Videos auch neue Menschen erreichen können. Wie? Ganz einfach!

Facebook Werbung. Hier hast du die Möglichkeit, dein Video genau in die Timeline deiner Zielgruppe zu packen. Angenommen du hast eine Autowerkstatt in Köln. Dann kannst du dein Video nur bei männlichen Singles im Alter von 18-35, die in Köln wohnen und denen die AutoBild-Seite gefällt anzeigen lassen. Oder du bist der Sohn einer lokalen Eisdielendynastie. Zeige dein Video durch Ads nur Menschen an, die in deiner Stadt wohnen, eine Eiscreme-Seite geliked UND Kinder haben. All das ist möglich.

Während du auf YouTube darauf hoffen musst, gefunden zu werden, knallst du auf Facebook deine Videos genau den Personen ins Gesicht, bei denen du weißt, dass sie genau nach dir suchen. Ich empfehle hier mit kleinen Beiträgen von unter 10 Euro einfach mal zu experimentieren.


Bewertung

Pro: Hohe Aufmerksamkeit in der Timeline, Genaues Targeting durch Facebook Ads

Contra: Höhere Abbruchrate als auf YouTube, keine Video-Anzeigen und d.h. kein Geld durch Werbung


Twitter

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Spätestens seit diesem Artikel dürftest du wissen, dass ich Twitter liebe. Genau aus diesem Grund habe ich viel mit Videos auf Twitter herumexperimentiert. Doch im Gegensatz zu YouTube und Facebook ist man hier als normaler Nutzer etwas limitiert. Videos können nur über das Smartphone hochgeladen werden, ein Web-Uploader fehlt für die Allgemeinheit. Diesen gibt es jedoch schon für ausgewählte Accounts, ich selbst darf mich zu den Glücklichen zählen.

Nichtsdestotrotz sind Videos auf Twitter meiner Meinung nach ein schwieriges Thema. Twitter ist zu einem Großteil ein read-only Netzwerk, d.h. ich sitze auf der Couch, in der Bahn oder im Büro und möchte einfach nur Informationen konsumieren. Durch Lesen. Für die meisten Videos hingegen benötige ich Sound, der genau in den beschriebenen Situationen stören kann. Zudem ist Twitter ein – was die Inhalte betrifft – schnelllebiges Netzwerk, sodass Videos dort stärker wie ein Fremdkörper wirken als z.B. auf Facebook.

Wohin also mit Videos? Nun, für Journalisten ist es sicher eine Möglichkeit, vor Ort schnell und einfach das Geschehen festzuhalten und an die eigenen – meist ebenfalls sehr medieninteressierten – Follower zu schicken. Für den normalen User geht es Twitter neben den Informationen auch sehr viel um Interaktionen. Je mehr, desto stärker die Bindungen zu einzelnen Nutzern. Ich sehe hier großes Potential darin, statt einer einfachen Tweet-Antwort das Ganze als kurzes Video zu machen. Ganz „dirty“ aus der Hand gefilmt. Der Adressat wird sich so um einiges mehr gewertschätzt fühlen, als durch reinen Text.


Bewertung

Pro: Direkte und authentische Einblicke, höhere Aufmerksamkeit als reine Text-Tweets

Contra: Gehen in der Masse von Tweets unter, müssen ohne Ton auch funktionieren


Snapchat

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Während Snapchat in Amerika bereits zum festen Kreis der großen sozialen Netzwerke gehört, tut man sich hierzulande immer noch schwer mit dem kleinen weißen Geist, den niemand so recht verstehen mag. Ich habe es bereits mehrfach in anderen Artikel gesagt und ich wiederhole es an dieser Stelle noch mal: Snapchat wird 2016 alles zerstören. Im positiven Sinne. Die App, deren Hauptzielgruppe aktuell noch sehr jugendlich ist, verzeichnet bereits jetzt schon über 4 Milliarden Videoaufrufe pro Tag. Sich selbst löschende Nacktbilder waren gestern.

Snapchat ist deshalb so spannend, weil es die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Während du auf Facebook oder Twitter eher passiv an den Videos vorbeiscrollst, schaust du sie dir auf Snapchat aktiv an. Dafür musst du wissen, dass du neben privaten Snaps eben auch die Möglichkeit hast, Bilder und Videos zu deiner täglichen 24 Stunden Geschichten hinzuzufügen. Diese ist öffentlich dann für jedermann einsehbar und liefert dir nach einiger Zeit dann die Angaben zu Aufrufen und Screenshots.

Das große Problem aktuell an Snapchat ist, dass es sehr mühselig ist, neue Nutzer zu finden. Dafür musst du in den meisten Fällen den direkten Nutzernamen kennen, denn eine Usersuche gibt es NOCH nicht. Das limitiert das Ganze sehr, aber es ist meiner Meinung nach nur noch eine Frage der Zeit, bis Snapchat das entsprechende Explorer-Tool veröffentlicht.


Bewertung

Pro: Hohe Aufmerksamkeit, am schnellsten wachsendes Netzwerk

Contra: Keine Nutzersuche, Hinzufügen von Nutzern nur über den exakten Nutzernamen, gefühlter Beta-Status


Instagram

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Wenn es um Videos geht, dann darf man Instagram nicht vergessen. Obwohl das schnell passieren kann, schließlich stehen hier eher die Fotos im Vordergrund. Die Videos selbst sind auf eine Länge von 3 bis 15 Sekunden begrenzt, sodass großes Storytelling sehr schwierig wird und sich diese Funktion eher für authentische Clips a la Hinter den Kulissen eignet.

Wenn du kreativ und z.B. im Do It Yourself -oder Bastel-Bereich tätig bist, kannst du versuchen, kleine Videotutorials in das schmale Zeitfenster zu pressen. Diese Art von Video läuft auf Instagram sehr gut, da sie ohne Sprache und vor allem Ton funktionieren. Instagram ist wie Twitter eher ein stilles Netzwerk, bei dem der Nutzer gerne auf Audio verzichtet.


Bewertung

Pro: Authentische Einblicke, sehr visuelles Netzwerk

Contra: Zeitbegrenzung, Videos performen schlechter als Fotos


Vimeo, Vine & der Rest

Natürlich gibt es neben den genannten Netzwerken auch noch Vimeo oder Vine, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen werde. Vine selbst gewinnt immer mehr an Fahrt, auf Vimeo toben sich die anspruchsvollen Videokünstler aus. Für den deutschen Markt wird Vine in meinen Augen immer noch sehr wenig genutzt – auch in der relevanten Zielgruppe U 16 – und Vimeo Videos kenne ich eigentlich nur durch das Vimeo Video der Woche von Mobilegeeks. Dass ich nicht weiter auf diese und andere Videonetzwerke eingehe soll jedoch nicht heißen, dass du sie komplett abschreiben solltest. Ich bin ein großer Fan von Aufmerksamkeit, deshalb sei in dem Netzwerk aktiv, in dem du die meiste Aufmerksamkeit für deine Inhalte erhältst. Der Name spielt dabei keine Rolle.


Meine Infos gibt es auch als Präsentation:


Zusammenfassung

Ohje, dieser Artikel ist doch länger geworden, als gedacht. Aber ich wollte sichergehen, dass du verstehst, wie wichtig Videos bereits jetzt sind und in Zukunft noch im Social Web werden. YouTube ist nach wie vor die Nummer 1, wird aber bereits sehr stark von Facebook und Snapchat attackiert. Ich bin gespannt, wie der Kampf um den Thron ausgehen wird. Vielleicht sterben alle und am Ende triumphiert MyVideo? Hoffentlich nicht…

Philipp Steuer
Philipp Steuer
Hey, mein Name ist Philipp Steuer. Ich liebe gute Geschichten, Social Media und neue Technologien. Erfahre hier mehr über mich oder besuch mich auf Twitter I Snapchat I Youtube oder Facebook+.
  • Vielen Dank für den Artikel! Ich bin auch der Meinung das Video immer mehr ein Thema wird. Bei der Prognose mit Snapchat gebe ich dir recht. Wir Menschen lieben es uns darzustellen. Früher mit Fotos und Video ist da nur der nächste logische Schritt.

    • Philipp Steuer

      Vielen Dank Florian 🙂 Tatsächlich war dieser Artikel hier inklusive Video & Slideshare Präsentation sehr aufwendig. Aber so ist es jedem freigestellt, wie er die Infos konsumieren möchte 🙂

      Was Snapchat betrifft – da stehen uns spannende Zeiten bevor.

  • RA Tobias Röttger

    Sehr schöner und übersichtlicher Artikel. Der Aufbau eines YouTube Channels, insbesondere wenn man keine Let’s Plays, Unboxing, Beauty Tipps oder Comedy macht, ist tatsächlich sehr Mühsam. Auch ich glaube, dass das von dir angesprochene Grundrauschen auf YouTube der entscheidende Grund dafür ist.

    Wie sind deine Erfahrung mit Facebook-Videos. Macht es wesentlich mehr Sinn die Videos direkt bei Facebook hochzuladen oder würdest du dort eher die Links zu den YouTube Videos einbinden, wenn nicht die Monetarisierung sondern die Verbreitung das Ziel ist? Viele Grüße aus Mainz

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