Snapchat

Neue Umfrage zeigt: Das lieben Millennials an Snapchat wirklich

snapattack

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Snapchat hat sich mittlerweile vom simplen Messenger hin zur teils öffentlichen Plattform entwickelt, auf der wir als User unsere eigenen Geschichten erzählen und diese mit der Welt teilen können. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, sich durch exklusive Markenkanäle im Discovery Bereich von Medien wie VICE, Comedy Central oder Buzzfeed unterhalten zu lassen. Doch welche der genannten Funktionen nutzt die Kernzielgruppe der Millennials wirklich? Das zeigt eine neue Umfrage.

Und ich muss direkt im Vorfeld sagen: Ich sehe Umfragen kritisch. Denn oftmals leiten sich zahlreiche Medien die verrücktesten Dinge aus einer Umfrage ab, die eigentlich nicht wirklich für die Allgemeinheit spricht. Die nachfolgenden Ergebnisse basieren auf einer Umfrage von Defy Media für die Seite Variety und die Fragen wurden 1,117 amerikanischen Snapchat Usern im Alter zwischen 13-24 Jahren gestellt. Auf einer Skala von 1 (nicht relevant) bis 10 (mega relevant) würde ich die nachfolgenden Ergebnisse mit einer 6 bewerten.

Täglich genutzte Funktionen

snapchatdata

Nicht wirklich verwunderlich: 73 Prozent schauen sich täglich die neuen Snapchat Stories ihrer Freunde an, 69 Prozent chatten mit ihrem privaten Umfeld. Danach folgen mit 54 Prozent die Stories von Promis sowie mit 50 Prozent die Geschichten unbekannter Menschen. Live Stories und der von Snapchat selbst als Schlaraffenland für Marken gelobte Discover Bereich schneiden eher schlecht ab.

Allgemeine Nutzung

Ebenfalls sehr aufschlussreich sind die Antworten auf die Frage, aus welchem Zweck man genau Snapchat nutzt. Und hier sieht man deutlich, dass die Verwendung von Snapchat als reiner Messenger (die Stories wurden erst Ende 2013 eingeführt) immer noch sehr weit verbreitet ist. 63 Prozent nutzen die App, um mit Freunden zu chatten, 59 Prozent für kurze Videos. Spannend: 30 Prozent gaben an, Snapchat für Infos über die US-Präsidentschaftswahlen 2016 zu bekommen.

Das lieben Millennials an Snapchat

Nach diesen Ergebnissen könnte man durchaus den Eindruck bekommen, dass die jüngere Generation (ich finde die Bezeichnung total witzig, weil ich selbst erst 25 bin) Snapchat ausschließlich zum chatten mit Freunden nutzt. Doch das täuscht und es zeigt sich, wie gut CEO Evan Spiegel die eigenen Nutzer kennt und dementsprechend weiß, wie er sie in eine neue Richtung lenken kann.

Dazu gleich mehr, werfen wir erst einen Blick auf die Zahlen:

Auf die Frage, 3 Dinge zu benennen, die sie an Snapchat am meisten lieben, landete mit 48 Prozent auf Platz 1 die Möglichkeit, eigene Geschichte erstellen / erzählen zu können. Es folgen Video Chatting (37 Prozent – ja, da geht auch, wenn zwei Nutzer zeitgleich im Chat anwesend sind und den blauen Videochat-Button antippen) und mit 35 Prozent, dass die Snaps nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden.

Stories sind der Schlüssel

snapheader

Heißt zusammengefasst: Die User wollen möglichst kreativ ihre Geschichten erzählen, die wiederum aber nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar sind. Und nun kommt der Punkt, den ich bereits angeschnitten habe – Snapchat kann in meinen Augen nur dann erfolgreich bleiben, wenn es die Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen, stetig weiterentwickelt und die eigenen User so bei der Stange hält.

Und genau das hat man in der Vergangenheit bereits erfolgreich getan! Die bekannten Lenses („Ich-kotze-einen-Regenbogen“) wurden möglich, nachdem man das ukrainische Startup Looksery kaufte. Heute Morgen wurden bekannt, dass sich Snapchat auch Bitstrips einverleibt hat, die wiederum eine App betreiben, mit der man selbst zum Emoji wird.

Und was heißt das jetzt genau?

Snapchat ist nach wie vor im Umbruch. Als reiner privater Messenger gestartet kann ich mittlerweile dank Snapchat Stories mein ganzes Leben mit der Welt teilen. Diese neue Möglichkeit ist bei den Usern extrem beliebt, wie auch die Umfrage zeigt. Sie zeigt aber auch, dass der gesamte Discovery Bereich eine geringe Bedeutung hat und in meinen Augen nur existiert, damit Snapchat den teilnehmenden Marken ordentlich die Kohle aus den Taschen zieht. Aus Usersicht macht es für mich keinen Sinn, warum es neben den Stories eben auch noch den Discovery Bereich gibt. Ich persönlich fände es besser, wenn man sich diesen schenkt und stattdessen die Story Funktionen aufpoliert. Aber gut, ich muss mit der App ja auch kein Geld verdienen.

So oder so werden in Zukunft auf die Snapchat am meisten diejenigen profitieren, die die besten Geschichten erzählen. Und gerade dieser Bereich bietet noch ein immenses Potenzial.

P.S. Keine Ahnung von Snapchat? Kein Problem! Ich hab ein kostenloses Buch über Snapchat geschrieben. Du kannst es dir über snapmeifyoucan.net gratis herunterladen :)!

snappp

Philipp Steuer
Philipp Steuer
Hey, mein Name ist Philipp Steuer. Ich liebe gute Geschichten, Social Media und neue Technologien. Erfahre hier mehr über mich oder besuch mich auf Twitter I Snapchat I Youtube oder Facebook+.